Kino Intimes: Filmgeschichte seit der Kaiserzeit an der Boxhagener Straße
Mitten im Herzen von Friedrichshain, an der Boxhagener Straße 107, steht ein Ort, der Filmgeschichte geschrieben hat – und noch immer schreibt. Das Kino Intimes gehört zu den ältesten Kinos Berlins und zeigt seit 1909 Filme auf der Leinwand. Wer hier eintritt, betritt nicht einfach ein Kino, sondern einen Ort mit mehr als hundert Jahren Kinokultur im Kiez.
Kino Intimes Berlin
Boxhagener Strasse 107
10245 Berlin
www.kino-intimes.de
Ein Kino aus der Kaiserzeit
Das Kino Intimes öffnete seine Türen im Jahr 1909 – zu einer Zeit, als das Kino als Medium noch jung war, das Deutsche Kaiserreich noch bestand und Friedrichshain ein dicht besiedeltes Arbeiterviertel war. Damals war das Erlebnis, bewegte Bilder auf einer Leinwand zu sehen, für viele Berliner noch etwas Besonderes, fast Magisches. Seitdem hat das Intimes zwei Weltkriege, die Teilung Berlins, die DDR-Zeit und die Wiedervereinigung überstanden – und läuft noch immer.
Nur wenige Kinos in der gesamten Stadt können auf eine derart lange Geschichte zurückblicken. Während ringsum Häuser abgerissen und neu gebaut wurden, Kneipen kamen und gingen und ganze Viertel ihr Gesicht veränderten, blieb das Intimes an seinem Platz. Das macht diesen Ort zu mehr als einer Freizeitstätte – es ist ein Stück gebauter Stadtgeschichte.
Arthouse statt Mainstream
Das Intimes ist kein Multiplex-Kino mit zwanzig Sälen und Popcorn in Eimergröße. Hier erwartet dich ein Arthouse-Programm. Das bedeutet: Filme abseits des großen Mainstreams, internationale Produktionen, Dokumentationen, Wiederaufführungen von Klassikern und das, was man im Kinokontext gerne als anspruchsvolles Kino bezeichnet. Wer nach dem neuesten Blockbuster mit Spezialeffekten sucht, ist hier möglicherweise falsch. Wer aber Kino als Kulturerlebnis versteht und Lust auf Filme hat, die nicht in jedem Multiplex laufen, ist im Intimes gut aufgehoben.

Das Programm richtet sich an ein Publikum, das Kino bewusst auswählt. Friedrichshain hat sich über die Jahre zu einem Viertel entwickelt, das genau diese Art von Kultur trägt und lebt. Das Kino Intimes passt dazu – es war nur schon da, lange bevor der Kiez seinen heutigen Ruf hatte.
Street Art am Eingang
Noch bevor du das Kino betrittst, fällt dir etwas auf: die bunte Street-Art-Wand am Eingang. Sie ist eines der sichtbarsten Merkmale des Hauses und steht in einem reizvollen Kontrast zur historischen Substanz des Gebäudes. Auf der einen Seite die Geschichte seit 1909, auf der anderen Seite zeitgenössische Straßenkunst, die den Eingang rahmt und dem Ort eine visuelle Energie gibt, die zu Friedrichshain passt.
Street Art ist in diesem Viertel kein Fremdkörper, sondern Teil des öffentlichen Stadtbildes. Wände, Fassaden, Tordurchfahrten – Friedrichshain ist reich an solchen Gestaltungen. Dass das Intimes diesen Ausdruck direkt am Eingang trägt, macht es zu einem Teil dieser lebendigen Bildsprache des Kiezes.
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Ein Ort zum Wiederkommen
Das Kino Intimes ist kein Ort, den man einmal besucht und dann abhakt. Wer einmal dort war, kommt wieder. Der Charme eines alten Kinosaals, ein Programm, das sich von Woche zu Woche verändert, und die Atmosphäre eines Hauses mit Geschichte – das sind Dinge, die sich schwer ersetzen lassen. In einer Zeit, in der viele Kinos kämpfen und Streaming-Dienste das Zuhauseschauen zur Selbstverständlichkeit gemacht haben, ist ein Ort wie das Intimes ein Argument dafür, dass das Kino als gemeinschaftliches Erlebnis seinen Wert behält.
Ob du allein kommst, mit Freunden oder zu zweit – das Kino Intimes bietet genau das, wofür Kinos ursprünglich gedacht waren: zusammen in einem Raum sitzen, die Leinwand anschauen und sich von einem Film in eine andere Welt tragen lassen.
Von den Lichtspielen des Ostens zum Kino Intimes
Das Kino Intimes hat einen langen Weg hinter sich – 1909 eröffnete es unter dem ursprünglichen Namen „Lichtspiele des Ostens“ und ist damit eines der ältesten Kinos Berlins. Wer mehr über die faszinierende Kinogeschichte Friedrichshains erfahren möchte, findet hier den vollständigen Blick zurück.
Praktische Hinweise
Adresse: Kino Intimes, Boxhagener Straße 107, 10245 Berlin
Eintritt: 9 Euro
Anfahrt: Mit der U-Bahn erreichst du das Kino Intimes am besten über die U5 (Haltestelle Samariterstraße oder Frankfurter Tor). Auch mehrere Tramlinien fahren durch die Frankfurter Allee und die nähere Umgebung.
Hotels in der Nähe:
– Hotel Hauptstadtperle
– Homaris Boxi Studios
– Numa Berlin Sketch
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