Das Badeschiff Berlin: Schwimmen in der Spree – mitten in Friedrichshain
Wer in Berlin den Sommer auf dem Wasser verbringen will, ohne dabei in der Spree selbst zu schwimmen, für den gibt es seit 2004 eine besondere Adresse am Spreeufer in Friedrichshain: das Badeschiff. Ein umgebauter Frachtkahn, der in den Fluss hineinragt und heute zu den bekanntesten Outdoor-Spots der Stadt gehört. Was einst als Kunstprojekt begann, ist längst zum festen Bestandteil des Berliner Sommerlebens geworden.
Kunstprojekt seit 2004. Umgebauter Frachtkahn in der Spree. Ehemals DDR-Sperrgebiet. Tradition der Berliner Flussbäder seit 1803. Im Winter zur Sauna umgebaut. BDA-Architekturpreis 2007.
Von der DDR-Sperrzone zum Kunstprojekt
Das Gelände rund um den heutigen Standort des Badeschiffs war zu Zeiten der DDR ein Sperrgebiet. Der direkte Zugang zur Spree war für die meisten Berliner schlicht nicht möglich – die Grenzanlagen machten das Ufer unzugänglich. Mit dem Ende der deutschen Teilung öffnete sich das Areal, und das Spreeufer im Bereich des heutigen Ostens konnte neu gedacht werden.

Das Badeschiff selbst entstand im Jahr 2004 als Kunstprojekt. Ein alter Frachtkahn wurde umgebaut und in die Spree eingelassen – kein Schwimmbecken auf einem Schiff, sondern ein Schwimmbecken, das Teil eines Schiffes ist und dabei im Wasser des Flusses liegt. Das Konzept ist so simpel wie überzeugend: Man badet quasi in der Spree, ohne direkt in ihr zu schwimmen. Das Wasser im Becken ist aufbereitet, der Blick geht über den Fluss.
Dass dieses Projekt nicht nur beim Publikum gut ankam, sondern auch in der Fachwelt Anerkennung fand, belegt der BDA-Architekturpreis, den das Badeschiff im Jahr 2007 erhielt. Der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten würdigte damit das gestalterische Konzept, das Stadtentwicklung, Kunst und öffentlichen Raum miteinander verbindet.
Eine lange Tradition: Berliner Flussbäder seit 1803
Das Badeschiff knüpft an eine Tradition an, die in Berlin weit zurückreicht. Bereits seit 1803 gibt es in der Stadt die Praxis der Flussbäder – Berliner badeten also seit über zwei Jahrhunderten in und an der Spree. Diese Tradition geriet im Laufe der Industrialisierung und später durch die politische Teilung der Stadt weitgehend in Vergessenheit. Das Badeschiff greift diesen historischen Faden wieder auf und übersetzt ihn in eine zeitgemäße Form.
Wer sich das vor Augen hält, badet hier nicht einfach in einem Freibad – sondern in einem Ort, der bewusst an die Geschichte des Berliner Verhältnisses zum Wasser erinnert. Dass das Gelände einst Sperrgebiet war und heute ein Treffpunkt für Schwimmer, Sonnenanbeter und Nachtschwärmer ist, macht diesen Kontrast besonders spürbar.
Sommer und Winter: Das Badeschiff das ganze Jahr
Das Badeschiff ist kein reiner Sommerbetrieb. Im Winter wird die Anlage umgebaut und zur Sauna. Das Schwimmbecken verwandelt sich dann in einen anderen Aufenthaltsort, der dem kalten Berliner Winter trotzt. Diese Wandlungsfähigkeit ist ein Teil des Konzepts: Das Schiff bleibt über die Saison hinaus nutzbar, auch wenn sich Atmosphäre und Angebot grundlegend verändern.
Im Sommer hingegen steht natürlich das Baden im Mittelpunkt. Das Becken liegt direkt in der Spree, der Blick geht auf den Fluss und das gegenüberliegende Ufer. Auf dem Gelände gibt es zudem eine Bar, an der man nach dem Schwimmen oder einfach zum Verweilen sitzen kann. Die Kombination aus Wasser, Aussicht und dem Flair eines ungewöhnlichen Ortes zieht viele Menschen an – Berliner genauso wie Besucherinnen und Besucher aus aller Welt.
Was gibt es zu sehen und zu erleben
Im Mittelpunkt des Badeschiffs steht das Schwimmbecken im umgebauten Frachtkahn. Es liegt direkt am Spreeufer und bietet eine ungewöhnliche Perspektive auf den Fluss und die umliegende Stadtlandschaft. Die Bar auf dem Gelände lädt zum Verweilen ein, auch wenn man nicht schwimmen möchte. Die Atmosphäre ist geprägt von Berliner Outdoor-Lifestyle – entspannt, urban, mit einem Blick auf das Wasser.
Das Badeschiff befindet sich auf dem Gelände der Arena Berlin, einem der bekanntesten Veranstaltungsorte der Stadt. Die Arena selbst ist Teil eines größeren Areals am Spreeufer, das mehrere kulturelle Einrichtungen vereint. Wer das Badeschiff besucht, ist also gleichzeitig in einem stadtgeschichtlich bedeutsamen Umfeld.

In der Nähe befindet sich auch der Osthafen, der ebenfalls zur Geschichte dieses Spreeuferabschnitts gehört. Und wer den Blick auf den Fluss genießt, kann bei gutem Wetter auch die Molecule Men sehen – die bekannte Skulptur von Jonathan Borofsky, die an der Stelle steht, wo die Bezirke Friedrichshain, Kreuzberg und Treptow zusammentreffen.
Touren & Tickets
Wenn Du noch nie in Berlin warst, dann helfen Dir Plattformen wie bspw. GETYOURGUIDE dabei einen ersten Überblick der Top Sehenswürdigkeiten der Stadt zu bekommen. Aber schau selbst, ob Dein Wunschziel dabei ist.
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Öffnungszeiten & Eintritt
Das Badeschiff ist saisonal geöffnet – in der Regel von Juni bis September. Der Besuch ist nur mit vorab gebuchtem Online-Ticket mit festgelegtem Zeitfenster möglich.
Zeitfenster: 10:00–12:00, 12:30–14:30, 15:00–17:00, 17:30–19:30, 20:00–22:00 Uhr
Eintritt: 8 Euro pro Person. Tickets können bis zu vier Tage im Voraus über die Website der Arena Berlin gebucht werden. Kinder unter 6 Jahren zahlen keinen Eintritt, bis 12 Jahre ermäßigt. Nur Schwimmer haben Zutritt zum Pool – Kinder unter 16 Jahren nur in Begleitung eines
Erwachsenen.
Aktuelle Preise und Verfügbarkeit: arena.berlin
Praktische Hinweise
Adresse:
Arena Berlin Betriebs GmbH, Eichenstraße 4, 12435 Berlin
Anfahrt:
Das Badeschiff ist mit der S-Bahn erreichbar. Die nächstgelegene S-Bahn-Station ist Treptower Park (S8, S9, S41, S42). Von dort ist das Gelände zu Fuß erreichbar. Alternativ fährt die Buslinie 104 in die Nähe des Geländes.
In der Nähe übernachten:
Wer in der Gegend übernachten möchte, findet mehrere gute Optionen in der Nähe:
– nhow Hotel Berlin – das Design-Hotel direkt an der Spree in Friedrichshain ist eine der bekanntesten Adressen am Fluss
– Minimal Hostel Kreuzberg – günstige Option auf der anderen Seite der Spree
– Die Fabrik – Hostel – ein weiteres Hostel in Kreuzberg, das gut erreichbar ist
Auch interessant
- Arena Berlin – Das Badeschiff liegt direkt auf dem Gelände der Arena Berlin, einem Veranstaltungsort am Spreeufer. Ein Besuch lohnt sich in Kombination.
- Molecule Men – Die markante Skulptur von Jonathan Borofsky steht in Sichtweite des Badeschiffs auf der Spree und markiert die Grenze zwischen Friedrichshain, Kreuzberg und Treptow.
- Osthafen – Der historische Osthafen liegt in unmittelbarer Nähe und gibt Einblick in die Industriegeschichte dieses Spreeuferabschnitts, der heute einen starken Wandel erlebt.
