Blankensteinpark mit der ehemaligen Hammelverkausstelle

Blankensteinpark – Grüne Oase auf historischem Schlachthofgelände in Friedrichshain

# Blankensteinpark: Grüne Oase auf historischem Schlachthofgelände

Mitten in Friedrichshain liegt ein Park, der auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche Grünanlage wirkt – und doch eine ungewöhnliche Geschichte trägt. Der Blankensteinpark erstreckt sich auf 5,1 Hektar im Zentrum des ehemaligen Schlachthofgeländes und verbindet heute Natur, Industriekultur und Alltagsleben in einem Berliner Kiez, der sich seit Jahren im Wandel befindet. Wer hier spazieren geht, steht buchstäblich auf den Resten einer anderen Stadt.

Ein Park, der Geschichte unter sich trägt

Der Park ist nach Hermann Blankenstein benannt, dem Stadtbaurat, der maßgeblich das Gesicht des alten Berlins geprägt hat. Blankenstein war eine der zentralen Figuren der Berliner Stadtentwicklung im 19. Jahrhundert und verantwortlich für zahlreiche kommunale Bauprojekte. Die Benennung des Parks nach ihm ist keine zufällige Ehre, sondern eine direkte Verbindung zwischen dem Ort und dem Mann, der als Stadtbaurat für solche kommunalen Großprojekte stand.

Das Gelände selbst hat eine bewegte Vergangenheit. Der Zentrale Vieh- und Schlachthof in Friedrichshain war einmal ein gewaltiger Komplex aus Funktionsgebäuden, Ställen, Schlachthallen und Verwaltungsbauten, der das Fleischversorgungssystem der wachsenden Metropole Berlin sicherstellte. Heute erinnern nur noch wenige bauliche Überreste an diese Dimension. Der Blankensteinpark ist gewissermaßen das grüne Herz dieses umgewandelten Areals.

Die Hammelauktionshalle – ein Zeugnis aus der Gründerzeit

Das markanteste historische Überbleibsel im Park sind die denkmalgeschützten Überreste der Hammelauktionshalle. Dieser Name allein gibt schon eine Ahnung davon, welch spezialisierter Betrieb hier einst lief: In dieser Halle wurden Schafe und Lämmer versteigert, ein zentraler Bestandteil des Viehhandels auf dem Schlachthofgelände. Die Halle ist heute nicht mehr vollständig erhalten, aber ihre Überreste stehen unter Denkmalschutz – ein Zeichen dafür, dass auch Industriearchitektur als schützenswert anerkannt wird, wenn sie Zeugnis einer ganzen Epoche städtischer Geschichte ablegt.

Die erhaltenen Strukturen fügen sich in die Parklandschaft ein und geben dem Gelände einen Charakter, den man in herkömmlichen Stadtparks nicht findet. Hier überlagern sich Vergangenheit und Gegenwart auf eine sehr direkte, fast beiläufige Weise. Wer aufmerksam durch den Park läuft, entdeckt diese Spuren und bekommt ein Gefühl dafür, wie das Gelände einmal genutzt wurde.

Friedrichshainer Industriekultur hautnah erleben

Der Blankensteinpark ist ein gutes Beispiel dafür, wie Berlin mit seinem industriellen Erbe umgeht: nicht durch museale Überhöhung, sondern durch behutsame Integration in den Alltag. Die Grünanlage ist kostenlos zugänglich und wird von den Anwohnerinnen und Anwohnern des Kiezes rege genutzt – als Spielfläche für Kinder, als Ort zum Verweilen, als Abkürzung zwischen den umliegenden Straßen.

Blankensteinpark mit der Rinderverkausstelle

Gleichzeitig bleibt der historische Kontext spürbar. Die Kombination aus Park und Industriekultur macht den Blankensteinpark zu einem Ort, der für Familien ebenso interessant ist wie für alle, die sich für die Geschichte Berlins und seiner Stadtentwicklung interessieren. Es braucht keine Ausstellung und kein Museum, um hier etwas über das alte Berlin zu erfahren – die Architektur spricht für sich.

Was du hier entdecken kannst

Der Park lädt zu einem Spaziergang ein, der sich lohnt – nicht wegen spektakulärer Attraktionen, sondern wegen der besonderen Atmosphäre. Die denkmalgeschützten Überreste der Hammelauktionshalle sind der historische Ankerpunkt des Geländes und verdienen einen genauen Blick. Die weitläufige Grünfläche bietet Raum zum Durchatmen inmitten eines dicht bebauten Stadtteils.

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Besonders interessant ist der Blankensteinpark auch in Kombination mit dem benachbarten Gelände des ehemaligen Zentralen Vieh- und Schlachthofs insgesamt. Das gesamte Areal hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert und beherbergt heute Wohnhäuser, Kultureinrichtungen und eben den Park. Ein Bummel über das weitläufige Gelände vermittelt ein Bild davon, wie aus einer riesigen Infrastruktur der Lebensmittelversorgung ein gemischtes Stadtquartier wurde.

Auch der Lange Jammer in der unmittelbaren Nachbarschaft ist einen Abstecher wert. Das markante Gebäude gehört ebenfalls zum historischen Bestand des Schlachthofgeländes und ergänzt den Besuch im Blankensteinpark um eine weitere Perspektive auf die Industriegeschichte des Viertels.

Praktische Hinweise

Adresse: Blankensteinpark, 10249 Berlin

Eintritt: kostenlos

Anfahrt: Mit der S-Bahn über den Bahnhof Storkower Straße, der gut zu Fuß erreichbar ist. Alternativ mit der U5 bis Frankfurter Tor oder Samariterstraße, von dort sind es einige Gehminuten in den Kiez.

Übernachten in der Nähe:
In der Umgebung des Blankensteinparks gibt es mehrere Unterkünfte für unterschiedliche Ansprüche:

Hotel NEWBERLIN – modernes Hotel im Herzen von Friedrichshain
Hotel-Pension Insor – persönliche Unterkunft im Kiez
Hotel Pension Eberty – ruhige Pension im Friedrichshainer Wohnviertel

Auch interessant

  • Zentraler Vieh- und Schlachthof – Das gesamte historische Gelände, auf dem der Blankensteinpark liegt, ist ein Zeugnis großstädtischer Industriegeschichte und lohnt eine ausgedehnte Erkundung.
  • Langer Jammer – Das markante Gebäude auf dem ehemaligen Schlachthofgelände gehört zum selben historischen Kontext und ergänzt den Besuch im Blankensteinpark auf ideale Weise.