Spanienkämpfer-Denkmal

Spanienkämpfer-Denkmal: Mahnmal im Volkspark Friedrichshain

Am Rande des Volksparks Friedrichshain steht ein Mahnmal, das an eines der dunkelsten Kapitel der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts erinnert. Das Spanienkämpfer-Denkmal gedenkt der über 3.000 Deutschen, die im Spanischen Bürgerkrieg ihr Leben verloren – Menschen, die aus politischer Überzeugung in einen fremden Konflikt zogen und nicht zurückkehrten.

Ein Denkmal mit Geschichte

Der Spanische Bürgerkrieg von 1936 bis 1939 zog Freiwillige aus aller Welt nach Spanien, darunter Tausende Deutsche. Viele von ihnen waren Antifaschisten, Kommunisten und politisch Verfolgte, die gegen die faschistische Bewegung unter Francisco Franco kämpften – und damit auch gegen die politischen Kräfte, die in ihrer Heimat bereits an der Macht waren. Über 3.000 von ihnen kehrten nie zurück. Das Denkmal im Volkspark Friedrichshain erinnert bis heute an diese Menschen.

Die Skulptur entstand zwischen 1966 und 1968 – in einer Zeit, in der die DDR aktiv an ihrer Gedenkkultur arbeitete und die Spanienkämpfer als Antifaschisten und Helden des Widerstands verehrte. Am 12. September 1968 wurde das Mahnmal feierlich eingeweiht. Sein Schöpfer war der Bildhauer Fritz Cremer.

Fritz Cremer – der Bildhauer hinter dem Werk

Fritz Cremer war kein Unbekannter, als er den Auftrag für die Gedenkstätte erhielt. Er hatte bereits das Buchenwald-Denkmal geschaffen und galt als bedeutender Vertreter der figurativen, politisch aufgeladenen Skulptur. Seine Arbeiten zeichneten sich durch eine expressive, kraftvolle Formensprache aus, die Leid, Würde und Widerstand gleichermaßen verkörperte.

Dieses Denkmal trägt diese Handschrift deutlich. Die Skulptur stellt einen kämpfenden und gleichzeitig kniende Figur dar und macht auf unmittelbar körperliche Weise spürbar, was es bedeutet, für eine Überzeugung einzustehen – und dabei zu sterben. Cremer schuf ein Werk, das nicht nur historisch dokumentiert, sondern emotional anspricht.

Was du am Denkmal siehst

Wer das Denkmal im Volkspark Friedrichshain aufsucht, steht vor einer Figur aus Bronze. Die Komposition zeigt eine menschliche Figur in expressiver Bewegung – Kämpfer, der vorwärtsdrängt und fällt. Es ist kein triumphales Denkmal, sondern ein ernstes, mahnendes Werk, das den Verlust in den Vordergrund stellt.

Der Aufstellungsort im Volkspark Friedrichshain ist bewusst gewählt. Der Park selbst ist ein historisch bedeutsamer Ort – der älteste Volkspark Berlins, der seit dem 19. Jahrhundert den Menschen des Arbeiterbezirks Friedrichshain als Erholungsgebiet diente. Inmitten dieser Grünanlage wirkt das Denkmal besonders eindringlich: kein Museum, keine Ausstellung, sondern ein offenes, zugängliches Mahnmal im öffentlichen Raum, das jeder kostenlos und jederzeit besuchen kann.

Gedenken im öffentlichen Raum

Was das Mahnmal von vielen anderen Gedenkstätten unterscheidet, ist seine Einbettung in den Alltag. Es gibt keine Eintrittskarte, keine festen Öffnungszeiten, keine Führungen. Das Denkmal ist einfach da – mitten im Park, zwischen Spaziergängern, Joggerinnen und Kindern. Wer es kennt, sucht es auf. Wer es nicht kennt, läuft vielleicht zufällig daran vorbei und hält inne.

Gedenktafel für die deutschen Interbrigadisten
Gedenktafel für die deutschen Interbrigadisten

Gerade diese Zugänglichkeit macht es zu einem wichtigen Teil des stadtgeschichtlichen Gedächtnisses von Friedrichshain. Es erinnert nicht in einem abgeschlossenen Raum, sondern im Lebensraum der Menschen.

Der historische Kontext: Spanischer Bürgerkrieg und deutsche Freiwillige

Der Spanische Bürgerkrieg begann 1936 mit einem Militärputsch gegen die demokratisch gewählte Republik. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte er sich zu einem internationalen Konflikt: Auf der einen Seite kämpften die faschistischen Nationalisten unter Franco, unterstützt von Hitler-Deutschland und Mussolinis Italien. Auf der anderen Seite standen die Republikaner, unterstützt von der Sowjetunion und den Internationalen Brigaden – Freiwilligenverbänden aus Dutzenden Ländern.

Mehr als 3.000 Deutsche schlossen sich diesen Brigaden an. Viele von ihnen waren im eigenen Land verfolgt, hatten im Exil gelebt oder waren aus Deutschland geflohen, um der nationalsozialistischen Herrschaft zu entkommen. Für sie war der Kampf in Spanien ein Kampf gegen den Faschismus insgesamt. Über 3.000 von ihnen starben – das Denkmal in Friedrichshain trägt ihrer Erinnerung.

Praktische Hinweise

Adresse: Volkspark Friedrichshain, Friedenstraße, 10249 Berlin

Eintritt: kostenlos

Anfahrt: Mit der S-Bahn bis Ostbahnhof oder mit der Straßenbahn M10 bis Holteistraße. Der Volkspark Friedrichshain ist von mehreren Seiten gut zu Fuß erreichbar.

In der Nähe übernachten:
NH Hotel Berlin Alexanderplatz
Leonardo Royal Hotel Berlin Alexanderplatz
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  • Volkspark Friedrichshain – Der Park, in dem das Denkmal steht, ist selbst ein historischer Ort und lädt zu einem ausgedehnten Spaziergang ein.
  • Mont Klamott – Der markante Hügel im Volkspark Friedrichshain hat eine eigene Geschichte und bietet einen schönen Überblick über die Anlage.
  • Friedhof der Märzgefallenen – Ebenfalls im Volkspark Friedrichshain gelegen, erinnert dieser Gedenkort an die Opfer der Märzrevolution von 1848 und weiterer historischer Ereignisse – ein würdiger Begleiter des Spanienkämpfer-Denkmals auf einem Gedenkspaziergang durch den Park.

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