Der Volkspark Friedrichshain ist eine der grünen Lungen des gleichnamigen Berliner Stadtteils – und gleichzeitig ein Ort, der tief in der Geschichte der Stadt verwurzelt ist. Auf 52 Hektar vereint er entspannende Natur, bedeutende Denkmäler und die sichtbaren Narben des Zweiten Weltkriegs. Wer hier spazieren geht, bewegt sich buchstäblich auf Schichten der Vergangenheit.
Berlins ältester Volkspark
Der Volkspark wurde 1848 angelegt und trägt damit den Titel des ältesten Volksparks der Stadt. Bereits im 19. Jahrhundert sollte er der Berliner Bevölkerung als öffentlicher Erholungsraum dienen – ein Konzept, das damals noch keineswegs selbstverständlich war. Über die Jahrzehnte entwickelte sich das Gelände zu einem festen Bestandteil des Stadtlebens in Friedrichshain, und bis heute ist der Park für Anwohnerinnen und Anwohner genauso wie für Besucherinnen und Besucher aus anderen Stadtteilen ein beliebtes Ziel.
Karte:
Flakbunker, Sprengung und Trümmerschutt: Die Kriegsgeschichte des Parks
Im Jahr 1941 wurden im Park zwei Flakbunker errichtet – massive Betonbauten, die der Luftverteidigung Berlins dienten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden diese Bunker 1946 gesprengt. Doch das war nicht das Ende der Geschichte: Die Trümmer der gesprengten Anlagen sowie große Mengen an Kriegsschutt aus dem zerstörten Berlin wurden auf dem Parkgelände aufgeschüttet. So entstanden zwei markante Erhebungen, die den Volkspark bis heute prägen.

Der höhere der beiden Hügel ist der Große Bunkerberk – auch Mont Klamott genannt – der auf 78 Meter ansteigt. Sein kleinerer Bruder, der Kleine Bunkerberg, erreicht 68 Meter. Beide Hügel bestehen also im wortwörtlichen Sinne aus den Überresten des Krieges – eine geologische wie historische Besonderheit mitten in der Stadt.
Mont Klamott: Der Aussichtspunkt über Friedrichshain
Der Mont Klamott ist mit seinen 78 Metern die höchste Erhebung im Park und bietet einen Aussichtspunkt über Friedrichshain und die umliegenden Stadtteile. Der Name klingt salopp, fast humorvoll – „Klamott“ ist Berliner Slang für alten Kram oder Trödel – und passt damit gut zur Entstehungsgeschichte des Hügels, der buchstäblich aus dem Schutt einer zerstörten Stadt aufgebaut wurde. Der Aufstieg ist für Fußgängerinnen und Fußgänger gut begehbar, und oben angekommen belohnt der Blick über die Dächer der Stadt für den kurzen Aufstieg.

Der Märchenbrunnen: Ein kunstvoller Blickfang
Zu den bekanntesten Attraktionen im Park Friedrichshain zählt der Märchenbrunnen. Die aufwendig gestaltete Brunnenanlage greift Motive aus Märchen der Gebrüder Grimm auf und ist eines der prägenden Kunstwerke im Park. Besonders in der warmen Jahreszeit ist der Bereich rund um den Brunnen gut besucht – Familien mit Kindern, aber auch Spaziergängerinnen und Spaziergänger halten hier gerne inne.

Friedhof der Märzgefallenen: Erinnerung an 1848
Im Volkspark Friedrichshain befindet sich auch der Friedhof der Märzgefallenen. Hier sind Menschen begraben, die im Zuge der Märzrevolution von 1848 ihr Leben verloren – also genau in dem Jahr, in dem der Park selbst angelegt wurde. Der Friedhof ist ein stiller, würdevoller Ort inmitten des weitläufigen Parkgeländes und erinnert an eine der bedeutsamen Etappen der deutschen Geschichte.

Spanienkämpfer-Denkmal: Internationale Solidarität im Gedächtnis
Ein weiteres Denkmal im Park ist dem Andenken der Spanienkämpfer gewidmet. Es erinnert an Freiwillige, die im Spanischen Bürgerkrieg auf der Seite der Republik kämpften – darunter viele Deutsche, die gegen den Faschismus eintraten. Das Denkmal steht im Park als Zeugnis eines Kapitels europäischer Zeitgeschichte, das auch in Friedrichshain seine Spuren hinterlassen hat.

Was gibt es zu sehen und zu erleben
Der Volkspark Friedrichshain bietet eine ungewöhnliche Kombination aus Naturerlebnis, Geschichte und Denkmalkultur. Wer den Park erkundet, kann die beiden Trümmerhügel ersteigen, am Märchenbrunnen verweilen, den Friedhof der Märzgefallenen besuchen, das Spanienkämpfer-Denkmal aufsuchen oder einfach nur im Café SCHOENBRUNN ein Eis essen. Dazu gibt es weitläufige Wiesen, Wege für Spaziergänger und Jogger sowie Bereiche, die besonders für Familien mit Kindern geeignet sind. Der Park ist kostenlos zugänglich und das ganze Jahr über geöffnet.

Die beiden Hügel, Mont Klamott und Kleiner Bunkerberg, machen den Park auch für alle interessant, die sich für die Stadtgeschichte des 20. Jahrhunderts interessieren. Wer weiß, woraus diese Erhebungen entstanden sind, sieht sie mit anderen Augen: Sie sind keine natürlichen Hügel, sondern buchstäblich aufgeschichtete Geschichte – Beton, Schutt und Überreste eines zerstörten Berlins.
Praktische Hinweise
Adresse: Am Friedrichshain, 10243 Berlin
Eintritt: kostenlos
Anfahrt: Der Park ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Mit der Straßenbahn (M10) hältst du in unmittelbarer Nähe des Parks. Auch mit der S-Bahn (S-Bahnhof Frankfurter Allee oder Ostbahnhof) und anschließendem kurzen Fußweg ist der Volkspark gut zu erreichen.
Hotels in der Nähe:
– NH Hotel Berlin Alexanderplatz
– Leonardo Royal Hotel Berlin Alexanderplatz
– Hotel NEWBERLIN
Auch interessant
- Mont Klamott – Der 78 Meter hohe Trümmerberg im Volkspark bietet einen Aussichtspunkt über Friedrichshain und erzählt eine eigene Geschichte aus Kriegsschutt und Wiederaufbau.
- Märchenbrunnen – Die kunstvoll gestaltete Brunnenanlage mit Grimm’schen Märchenmotiven ist eines der bekanntesten Kunstwerke im Park und lohnt einen eigenen Blick.
- Friedhof der Märzgefallenen – Der stille Gedenkort im Park erinnert an die Opfer der Revolution von 1848 – dem Jahr, in dem auch der Park selbst entstand.
- Spanienkämpfer-Denkmal – Das Denkmal im Volkspark erinnert an Freiwillige im Spanischen Bürgerkrieg und macht den Park zu einem Ort vielfältiger Erinnerungskultur.
